Ein Wort über Phrasen

Linksbüchneriade 18

Auf dem Höhepunkt des ideologischen Klassenkampfs zwischen Syriza und der von Wolfgang Schäuble angeführten Troika und nach dem demokratischen Abstimmungserfolg in Griechenland fragte ein Kommentator auf der Website des deutschen Nachrichtensenders n-tv die Streitparteien in Athen, Berlin und Brüssel, «Seid Ihr wahnsinnig?», und mahnte ein wenig Vernunft an, wobei er ein Zitat aus Georg Büchners «Dantons Tod» ins Feld führte: «Geht einmal euren Phrasen nach, bis zu dem Punkt wo sie verkörpert werden. Blickt um euch, das Alles habt ihr gesprochen, es ist eine mimische Übersetzung eurer Worte. Diese Elenden, ihre Henker und die Guillotine sind eure lebendig gewordnen Reden.»

Dazu sind nachträglich aber nicht zu spät drei Bemerkungen aus linksbüchnerianischer Sicht nötig. Erstens tönt die Anmahnung von Vernunft durch ein deutsches Medium in Bezug auf Griechenland ziemlich hohl, wenn nicht heuchlerisch. Zweitens wird explizit ganz selbstverständlich eine Äquidistanz geschaffen, als seien die Diskussionspartner gleich mächtig, wobei assoziativ allerdings durch den zuvor allein zitierten herben Vorwurf von Yanis Varoufakis an die Adresse der Geldnichtgeber die Phrasen via die Guillotine implizit mit den Griechen assoziiert werden. Drittens aber: Die Phrasen der Ohnmächtigen mögen ihr

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