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Homme de lettres et
Angelus tutelaris. Festgabe für Adolf Frisé. Ahlhorn: Geest-Verlag 2000. 524
Seiten, kartoniert.
Natürlich lässt sich
dieses Buch nicht lesen. Es ist ein Backstein aus 520 Seiten, in einer
Typografie, die an Selbstverlage erinnert, und der herausgebende Verlag scheint
auch so etwas wie ein Selbstverlag zu sein. Nehmen wir den Backstein also als
faszinierendes Produkt verschiedenster Materialien (um die Metapher halbwegs
konsequent zu halten). Adolf Frisé (1910–2003) wurde bekannt als erster
Herausgeber von Robert Musil nach dem Zweiten Weltkrieg. Aber er war auch sonst
vielseitig tätig als Lehrer, Journalist und Schriftsteller. Dieses Buch ist die
zweite Festschrift, zum 90. Geburtstag, und sie versammelt Forscher und Freunde
und Schüler. Es gibt wissenschaftliche Aufsätze zu Musil und anderen Autoren,
es gibt kulturelle Reflexionen und belletristische und lyrische Arbeiten; dabei
fällt auf, wie viele Musil-ForscherInnen belletristische Ambitionen hegen
(eine, Sibylle Mulot, ist sogar zu einer Bestsellerautorin geworden). Es gibt Seriöses,
Ironisches, Konservatives bis Reaktionäres, und Verspieltes; einige Musil-Gedichte
und Kurztexte werden in rund 20 Sprachen übersetzt. Beiläufig wird versucht,
durch verschiedene Unterteilungen in Abteilungen eine gewisse
Ordnung ins Buch zu bringen, nicht sehr erfolgreich. Wer sich dem Kuriosen
und Unerwarteten aussetzen will, dem ist diese Materialsammlung angelegentlich zu empfehlen.