Jenseits der Fronten

Bücherräumereien (XXXIII)

Die Saarabstimmung im Januar 1935 war die erste katastrophale Niederlage der deutschen Linken nach dem Machtantritt der Nazis von 1933. Trotz grossem Einsatz nicht nur der Linksparteien, sondern auch vieler Kulturschaffender stimmten weniger als 10 Prozent für den Status quo, gemäss dem das zwischen Deutschland und Frankreich umstrittene Saargebiet dem Völkerbund unterstellt bleiben sollte. Über 90 Prozent erlagen dem rechtskonservativen und nazistischen Slogan «Heim ins Reich».

Die Geschichte des Saargebiets im 20. Jahrhundert ist Hintergrund für das Buch von Tanya Lieske «Spion wider Willen». Darin geht sie der Geschichte von Gustav Regitz (1913–1988) nach. Der lebte ein prekäres Leben. Zwischen 1937 und 1951 sass er in acht verschiedenen Gefängnissen und KZ´s. Als Linker 1937 erstmals verhaftet, wurde er zum Gestapo-Spitzel, dann in Paris interniert, kam als Kriegsgefangener nach England, wurde nach dem Krieg im Saarland angeklagt, doch schliesslich «entnazifiziert».

Aus Dachau

Lieskes Buch ist drei Viertel zeitgenössische Recherche und ein Viertel fiktive Vergegenwärtigung. Der 1913 in Neunkirchen geborene Regitz begann in jungen Jahren als aufstrebender Kader in der Sozialistischen Arbeiterjugend, dann in der SPD. Nach dem Anschluss des Saargebiets an Nazideutschland wurde die Lage auch im Saarland für die Linken gefährlich. Regitz wechselte seinen Wohnsitz zwischen Frankreich und Deutschland, wurde aber schliesslich im März 1937 in Saarbrücken verhaftet und nach Dachau überstellt. «Aus Dachau kam Gustav Regitz an Leib und Seele beschädigt zurück», urteilt Lieske. Tatsächlich legt er wenig später im Gestapo-Gefängnis in Berlin ein «Geständnis» über seine «volksschädlichen» Tätigkeiten ab. Er liefert erste Informationen zu prominenten Linken des Saarlands und figuriert ab Februar 1938 als V-Mann «S.19». Bis Ende 1941 spioniert er vor allem die deutsche Exilszene in Paris aus.

Regitz hat später bestritten oder zumindest verharmlost, dass er als Spitzel gearbeitet habe, und Lieske macht gelegentlich Einschränkungen, wenn sich trotz aller Recherchen nicht ganz sicher belegen lässt, was er genau gemacht und welche Informationen er an die Nazis geliefert hat. Der Grundtatbestand aber steht ausser Zweifel.

1938 lebt Regitz vorerst noch eine bürgerliche Existenz, wohnt bei den Eltern in Wellesweiler in Neunkirchen. Nach einer «Geschäftsreise» bringt er aus Luxemburg die Postanschriften von 34 europäischen Büros der Kommunistischen Partei mit, gibt als Spitzel aber zunehmend auch Details über einst befreundete GenossInnen preis. Im Mai 1939 bekommt er auf eigenes Drängen hin den Auftrag, die Exilszene, insbesondere die sozialdemokratische, in Paris auszuspionieren. Dank seiner früheren linken Kontakte hat er bald Zutritt zum Zentrum des Exil-Widerstands, und seine Auftraggeber zeigen sich von der Qualität seiner Informationen angetan.

Doch mit Kriegsbeginn wird er wie viele Deutsche in Frankreich interniert, dann zum Strassenbau abkommandiert. Mit der Eroberung von Paris durch die deutschen Truppen im Mai 1940 kommt er frei, wird von der deutschen Gendarmerie aufgegriffen und im Juli 1940 erneut als Nazi-Spitzel verpflichtet. Ende 1941 kehrt er ins Saarland zurück, zieht kurzfristig nach Frankfurt, wird Anfang 1944 doch noch an die Westfront eingezogen, desertiert sogleich und verbringt zwei Jahre in einem englischen Kriegsgefangenenlager. Anfang 1947 freigelassen und nach Deutschland zurückgekehrt, wird er von den französischen Behörden überprüft; danach wird er aufgrund der Beschuldigungen einer ehemaligen Genossin vor ein westdeutsches Gericht gestellt, doch 1951 freigesprochen. Schliesslich lebt er in Saarbrücken, weitgehend geächtet und zunehmend verbittert bis zu seinem nur von wenigen Menschen betrauerten Tod 1988.

Ein anderes Leben

Lieske hat dieses Schicksal ausführlich recherchiert. Sie stützt sich auf mündliche Überlieferungen und hat umfangreiche Gestapo-Dossiers und Prozessakten eingesehen. Gelegentlich werden zudem literarische Verarbeitungen etwa von Anna Seghers oder Gustav Regler zitiert. Über Regitz hinaus evoziert das Buch die Lage im politisch gespaltenen Saargebiet, danach im Office Sarrois der exilierten SPD im französischen Forbach und noch später in den Exilzirkeln in Paris. So werden andere Personen der Zeitgeschichte vergegenwärtigt, insbesondere der saarländische SPD-Politiker Max Braun, der sich schon Anfang der dreissiger Jahre für eine Politik einsetzte, die die unselige Spaltung der Linken überwinden sollte. Oder die kommunistische Aktivistin Lore Wolf, die vermutlich aufgrund der Denunziation von Regitz verhaftet wurde und nur knapp dem Tod in Bergen-Belsen entkam; sie strengt 1950 den Prozess gegen Regitz an.

Verknüpft ist dieses Leben vor allem mit Gustavs langjähriger Partnerin und Ehefrau Margarete. Sie ist die mündliche Hauptquelle der Geschichte, und deren zweite Protagonistin. Margarete und Gustav: Das ist eine frühe Liebesgeschichte. 1932 brennen die beiden Nachbarskinder, 19- beziehungsweise 17-jährig, nach Frankreich durch, werden aber bald aufgegriffen und nach Neunkirchen zurückgebracht. Paris bleibt danach Sehnsuchts- und Fluchtpunkt. 1935 emigriert Margarete mit Schwester und Schwager nach Südwestfrankreich; Gustav bleibt vorerst, noch immer politisch links engagiert, nahe der französisch-deutschen Grenze. 1938 treffen sie sich in Lourdes, bald wird Margarete schwanger, fährt ins heimatliche Saargebiet zurück. «Das Kind habe ich auf eigene Kunst abgetrieben. Sie sagt dies nüchtern, ohne Reue, auch ohne Schrecken», notiert die Berichterstatterin. Im Mai 39 heiraten Margarete und Gustav, dann fahren sie zusammen nach Paris. Weiss sie, was er seit 1937 treibt? Weiss er es selbst immer ganz genau? Jedenfalls ist es ein provisorisches Leben: «Sie und Gustav erlebten immer nur den einen Tag, sie verboten sich jede Mutmassung darüber, was am nächsten Tag folgen würde. Sie waren jederzeit auf ein abruptes Ende ihres jetzigen Zustandes vorbereitet. Verliessen sie das Hotel, so nahmen sie alle ihre Habe mit sich.» Später wird sich Margarete, ohne Gustav, hochschwanger, auf der Flucht ins Saarland durchschlagen, ständig in Gefahr der Verhaftung oder gewalttätiger Übergriffe.

In ihrer plastisch veranschaulichten Prekarität ist dies ein «weibliches» Leben, wie die Autorin schreibt. Gleichzeitig entwickelt Margarete dabei eine lebenspraktische Unerschrockenheit und Selbstständigkeit, die sich später als Nonkonformismus äussert: «Margaretes Auftritt ist eine Auflehnung gegen das Schattendasein, welches den Frauen ihrer Generation verordnet wurde», kommentiert Lieske.

Gewissensfragen

Durch Margarete Regitz ist die Autorin Tanya Lieske selbst in die Geschichte verknüpft. Denn Margarete ist ihre Grosstante. 2003 beginnt Lieske, mit ihr Gespräche zu führen und aufzuzeichnen, um dem, was sie andeutungsweise als Familiengerüchte gehört hat, eine verbindliche Form zu geben.

Lieske legt jederzeit offen, dass manche Szenen imaginierte Vergegenwärtigungen sind. Das ist ein legitimes Erzählmittel, um Lücken aufzufüllen und Entscheidungssituationen zu verdeutlichen. Gelegentlich allerdings geht es, wie bei diesem Stilmittel nicht ganz unüblich, ein wenig zu weit, etwa wenn Anna Seghers im Pariser Exil auf einer Hoteltreppe steht und sich, als das ihr unbekannte Ehepaar Regitz an ihr vorbeigeht, eine «Strähne aus dem ergrauenden Haar» streicht und «verbindlich» lächelt. Zumeist aber sind die Szenen plausibel und sorgfältig gebaut.

Blieb Gustav Regitz keine Wahl? Lieske schwankt ein wenig, was sie vom Ehemann ihrer Grosstante halten soll. Einmal nennt sie ihn einen nüchternen Skeptiker, der sich in schwierigen Zeiten durchgeschlängelt habe. An anderer Stelle ist dieser Skeptizismus als arrogant und zynisch deutlich negativer abqualifiziert. Gelegentlich meint sie, Gustav habe wohl zunehmend Gefallen an seiner Tätigkeit gefunden, da diese seine Intelligenz und Schläue herausgefordert hätten, so wie beim Schachspiel; ja, sie spricht von seiner «wachsenden Begeisterung» für die Spitzeltätigkeit. Regitz selbst berief sich im Nachkriegsverfahren auf seine antifaschistische Vergangenheit, meinte, er habe Lore Wolf nicht etwa verraten, sondern vor einer baldigen Verhaftung gewarnt, und wollte auch ansonsten wenig gewusst und getan haben. Schliesslich imaginiert sich Lieske, was er grundsätzlich zu seiner Verteidigung gesagt haben könnte, indem er sein besonderes «Betriebsgeheimnis» verrät: «Ich habe den Kommunisten gesagt, was ich der Gestapo sage. Ich habe der Gestapo gesagt, was ich den Kommunisten sage. Open door policy sagt man dazu heute. Ich war nur der Bote. Wenn die Gestapo zugreifen wollte, waren die Kommunisten schon weg.» Auf Nachfragen zu konkreten Fällen wie dem von Lore Wolf verweigert dieser fiktive Angeklagte freilich wie im US-Gerichtsdrama jeden Kommentar.

Mag sein, dass der wirkliche Gustav Regitz den Nazis nicht alles verriet, was er wusste. Aber was er verriet, war offensichtlich schwerwiegend genug. Deshalb scheint mir der Buchtitel nicht ganz zutreffend. «Spion wider Willen» – zweifellos, die ursprüngliche Zwangslage in Dachau war lebensgefährlich. Aber danach scheint dieser Spitzel manches nicht so ganz widerwillig mitgemacht zu haben.

War Margarete in die Spitzeltätigkeit von Gustav eingeweiht? Das ist die zweite Frage, um die sich das Buch dreht. Margarete will nichts davon wissen, dass ihr Gustav ein Verräter gewesen sei, oder vielleicht will sie auch nichts darüber wissen, wie Lieske formuliert: «Entweder hat Margarete ihr Leben auf einer Wahrheit aufgebaut, die nur sie kannte, oder auf einer Lebenslüge, die auch nur sie kannte.»

Lebenskraft und Schwermut

Auch nach dem Ende des Naziregimes sind diese gravierenden Entscheidungssituationen in die deutsche Geschichte des 20. Jahrhunderts verhängt. Da ist etwa die Begründung des Freispruchs für Regitz im Jahr 1951. Das Nazi-Regime könne, auch als verbrecherisches, durchaus ein legitimes Interesse an der Verfolgung «hochverräterischer Tätigkeit im Sinne der damaligen deutschen Gesetzgebung» geltend machen, meinen die westdeutschen Richter. Deshalb könne die «Denunzierung eines wegen hochverräterischer Handlungen Verfolgten nicht ohne weiteres als Menschlichkeitsverbrechen angesehen werden». Auf der andern Seite hat die Stasi die Akten der Gestapo übernommen, verwertet sie für ihre eigenen Zwecke und lässt sich in ihren Mitteln der flächendeckenden Überwachung durchaus von den Nazis inspirieren.

Kurz vor Drucklegung ihres Buchs ist eine der Personen, die Lieske bislang nur gesichtslos aus Akten kannte, identifiziert worden: der Führungsoffizier von Regitz, Bruno Sattler. Der war nach seiner Tätigkeit in der Nachrichtenabteilung 1941 in der Nazi-Hierarchie weiter aufgestiegen und schliesslich in Belgrad verantwortlich für den Mord an 8000 Menschen. Nach dem Krieg wurde er in der DDR zu lebenslänglicher Haft verurteilt und starb 1972 im Gefängnis. 2008 veröffentlichte Sattlers Tochter Beate Niemann eine schmerzhafte «Biografie meines Vaters als Täter». Seither hat eine Studie von Siegfried Grundmann minutiös die von Bruno Sattler geführten 24 V-Männer und drei V-Frauen beschrieben.

In einer Coda reist die Autorin mit ihrer Grosstante nach Paris, um dortigen Spuren nachzugehen. Da geht die Rekonstruktion endgültig übers sachlich historische Interesse hinaus. Das Verhältnis zwischen den beiden Frauen ist nicht spannungsfrei, weil die Nachgeborene jenseits und womöglich auch entgegen der Aussagen von Margarete historische Wahrheiten rekonstruieren und moralische Fragen stellen will. «Meine Tätigkeit war der Spitzeltätigkeit des Gustav Regitz verwandt», meint Lieske. Nun ist jede biografische Arbeit eine detektivische Spurensuche, die den Betroffenen gelegentlich als Infragestellen der eigenen Wahrheiten erscheinen mag – dennoch dünkt mich der Vergleich zu weitgehend.

Eine zweite persönliche Beziehung wird knapp angerissen. Margaretes Schwester Louise, Lieskes Grossmutter, hat eine ganz andere Geschichte als diejenige von Margarete. Sie hatte sich mit ihrem Mann schon 1935 aus dem Saarland nach Frankreich abgesetzt, in Montauban in Südwestfrankreich gelebt, dabei durchaus den Widerstand gegen die nazistische Besetzung unterstützt. Während ihr Mann sich in Frankreich assimiliert hatte, wollte sie nach dem Krieg ins Saarland zurückkehren, wo sie bald an Tuberkulose starb. Der anpackenden Art ihrer Schwester kontrastiert die Schwermut von Louise. Dieses Erbe wiederum spürt die Autorin Tanya Lieske gelegentlich auf ihren Schultern, oder auf ihrer Seele.

So werden in dieser eindrücklichen historischen Spurensuche nicht nur Mittel und Standpunkt der recherchierenden Beobachterin reflektiert, sondern diese sieht sich auch durch die rekonstruierte Geschichte plötzlich im eigenen Leben berührt.

Stefan Howald


Tanya Lieske: «Spion wider Willen». Droste Verlag, Düsseldorf 2009. 176 Seiten.


Das Buch steht in der Politisch-philosophischen Bibliothek im bücherraum f in der Abteilung DE.31 – Deutscher Faschismus

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Nonkonform und strukturell marxistisch

Es sind schön sprechende Namen: neutralität und alternative.

In der «neutralität» schrieb alles, was in der Schweizer Kulturszene Rang und Namen hatte (zumindest die Männer): Sie war in den sechziger Jahren die wichtigste Kulturzeitschrift der Schweiz. Unerschrocken griff man heisse Themen auf und legte sich dabei, höflich in der Form, mit den Herrschenden und den herrschenden Strukturen an.

Wenn die «neutralität» sich in Rot-Weiss kleidete, so kamen die Hefte der Berliner «alternative» ganz in Rot daher. Sie prägte zwei, drei Generationen von Literatur- und KulturwissenschaftlerInnen. Wer wissen wollte, was Louis Althusser trieb oder wofür «Tel Quel» stand, musste diese Hefte lesen: Um 1970 importierte sie französischen Strukturalismus und strukturalistischen Marxismus in den deutschsprachigen Raum.

Die Geschichte dieser alternativen Publikationen lässt sich im folgenden Podcast nachhören:

Wie sie entstanden sind, wer sie trug und was sie bedeuteten. Mit Ausflügen in den Nonkonformismus der Schweiz und einem Exkurs zum Münchhausen-Effekt.

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Wollust des Lesens

Also, ins Fitnesscenter müssen wir wirklich nicht, und auch die Restaurant-Terrasse ist kein Menschenrecht, denn wir haben ja immer noch ein paar Bücher zuhause. Oder fehlen doch einige? Nun, hier sind sie: mehr als 600 antiquarische Bücher zu einem geradezu unverschämt günstigen Preis.

Da ist zum Beispiel Erich Kästners Roman «Fabian» aus dem Jahr 1931. «Der Gang vor die Hunde» hatte Kästner den Roman ursprünglich nennen wollen, und so ist er in einer Neuauflage 2013 auch wieder benannt worden. Den Gang tritt Fabian an, durch die in Auflösung befindliche deutsche Gesellschaft nach den Goldenen Zwanzigern, die natürlich gerade in Deutschland nie so golden gewesen waren.

Erich Kästner: Fabian. Die Geschichte eines Moralisten. Ungekürzte Ausgabe. 491. – 510. Tausend. Ullstein Buch 102. Ullstein Verlag, Frankfurt am Main 1980 (Erstausgabe 1931). 190 Seiten, Broschur. Etwas verfärbt, Gebrauchsspuren. (3 Franken)

Oder, klassisch, antifaschistisch von Thomas Mann «Ein Briefwechsel» von 1937. Die Broschüre dokumentiert den Brief, oder besser den dürren Satz, des Dekans der Philosophischen Fakultät der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität, mit dem dem exilierten Thomas Mann im Dezember 1936 die Ehrendoktorwürde abgesprochen wurde; und Thomas Manns Antwort darauf – ein schönes Beispiel kämpferischen Humanismus.

Thomas Mann: Ein Briefwechsel. Verlag Oprecht, Zürich 1937. 16 Seiten, einfacher Einband. Leicht gebräunt, sonst gut. (10 Franken)

Natürlich gibt es auch neuere feministische Literatur, etwa Vilma Hinns «mannundfrauspielen. Von einer die auszog das Frausein zu lernen». Eigenhändig geschriebener Bericht in fünf Büchern. Das fünfte Buch ist die (Auflösung) und steht daher hinten Kopf, damit es – wenn Sie dieses Buch umkehren – wieder auf die Füsse und an den Anfang zu stehen kommt. rotpunktverlag, Zürich 1982. 272 + 38 Seiten, Broschur. Minime Anstreichungen, sonst gut. (3 Franken)

Krimis sind ebenso erhältlich. Zum Beispiel der zweite Roman von Margaret Millar (1915–1994), erst spät ins Deutsche übersetzt. «Steve, traumatisierter Kriegsveteran, aber deshalb nicht weniger charmant, holt Martha aus dem Kokon ihrer perfekten Ehefrau heraus und drängt sie zu unbequemen Entscheidungen», wird im Klappentext versprochen.

Margaret Millar: Umgarnt. Roman. Aus dem Englischen von Monika Elwenspock. Deutsche Erstausgabe. Diogenes Verlag, Zürich 1995 (Originalausgabe 1947). 304 Seiten, Broschur. Guter Zustand. (3 Franken)

Dann wiederum, aus der Ex-DDR, die damals noch die «DDR» war: Wolf Biermanns drittes Gedicht- und Liederbuch, und, wie es auf dem Umschlag schlau heisst: «Texte für und über die DDR, geordnet nach Kategorien des Strafgesetzbuchs: Vergehen. Verleumdung. Hetze. Unzurechnungsfähigkeit. Mildernde Umstände. Das Plädoyer gilt nicht der Anerkennung bestehender Verhältnisse, sondern ihrer proletarisch-demokratischen Veränderung.« Eine immer noch berührende Mischung aus kraftvollen Bildern, scharfen Formulierungen und verzweifelten Hoffnungen; interessant, aber verständlich, im Rückblick, die vielen historischen Bezüge etwa auf Rosa Luxemburg, als Absicherung und Provokation: »Problem der Organisation: Die Revolutionäre:/ Sobald sie sich organisierten/ Schlachteten sie sich gegenseitig ab/Aber sobald sie sich nicht organisierten/Wurden sie abgeschlachtet.«

Wolf Biermann: Für meine Genossen. Hetzlieder, Gedichte, Balladen. Mit Noten zu allen Liedern. Quartheft 62. Mit einer «Gebrauchsanweisung für Leser in kapitalistischen Staaten». Verlag Klaus Wagenbach, Berlin 1972. 92 Seiten, Broschur. Ganz leichte Gebrauchsspuren. (3 Franken)

Aus den USA ist eingetroffen «Acid» zur neuen US-Lyrik. Eine der erfolgreichsten Anthologien mit moderner Literatur. Bei der Erstausgabe 1969 war diese mit vielen Illustrationen und Comics angereicherte Bestandesaufnahme der in den deutschen Sprachraum gebrachten Beat-Literatur bereits recht erfolgreich (20´000 Exemplare in zwei Auflagen); ab 1975 zog das Interesse – auch parallel zum Unfalltod des jung verstorbenen Herausgebers und Übersetzers Rolf Dieter Brinkmann (1940–1975) – wieder an, so dass in den nächsten drei Jahren weitere 30´000 Exemplare abgesetzt wurden. Von der Taschenbuchausgabe 1981 verkauften sich dann innerhalb eines Jahrs erstaunliche 60´000 Stück.

«Acid. Neue amerikanische Szene». Herausgegeben von Rolf Dieter Brinkmann und Ralf-Reiner Rygulla. 16. Auflage, 101. -115. Tausend, Zweitausendeins, Berlin 1982 (Erstausgabe 1969). 424 Seiten, Broschur, breites Taschenbuchformat, mit vielen Fotografien und Illustrationen. Gebrauchsspuren. (3 Franken)

Wie es sich für den bücherraum gehört, gibt es auch Theorie, etwa Nummern der  «Zeitschrift für kritische Theorie» 1999 debattiert Michael Th. Greven das Arbeitsprogramm des Instituts für Sozialforschung und damit den Stellenwert der Kritischen Theorie; Gerhard Wagner schreibt zu Walter Benjamin und Jan Robert Bloch über Naturkunst als Vorschein eines besseren Seins, dazu handelt Wolfgang Fritz Haug weit ausgreifen und immer noch aktuell über Kapitalistische Krise und Kritik der politischen Ökonomie heute.

Zeitschrift für kritische Theorie. 5. Jahrgang, 8 / 1999. Zu Klampen Verlag, Lüneburg 1999. 134 Seiten, Broschur. Guter Zustand. (3 Franken)

Als Alternativprogramm dazu Zeitschriften aus der Jugendbewegung wie der «Eisbrecher», und als Ergänzung etliche Ausgaben der erstaunlichen «neutralität» aus den sechziger Jahren, viele Nummern des «Widerspruch» ebenso wie viele Hefte der «beiträge zur feministischen theorie und praxis.

Für die zwischenzeitliche Erholung sind auch Comics zu erwerbenen, etwa von Claire Bretécher: Alles, was den urbanen Mittelstand heute bewegt, ist hier schon hübsch witzig dargestellt.

Die Frustrierten 4 und 5. Deutsche Texte von Rita Lutrand und Wolfgang Mönninghoff. Rowohlt Verlag, Hamburg, 1. Auflage 1980 (OA 1979). A4-Format, 64 Seiten, Broschur. (Je 4 Franken)

Das alles und viel mehr lässt sich auf dieser Website begutachten unter http://www.stefanhowald.ch/bookcase/index.php?frontpage. Die Bücher kosten zwischen 3 und 10 Franken; sie können jeweils am Freitagnachmittag im bücherraum f an der Jungstrasse 9 beim Bahnhof Zürich Oerlikon bezogen werden, oder werden mit einem Versandkostenanteil von 4 bzw. 7 Franken zugeschickt.

 

 

 

 

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Skizzen zum Völkerkongress

«So wahr die Sonne scheint und im Mai die Amsel pfeift, wird der Tag anbrechen, da Frieden auf der ganzen Welt herrschen wird», schreibt der Schweizer Schriftsteller Georges Haldas (1917–2010) im Jahre 1952. Solche hochgespannten Worte waren, nach dem Zweiten Weltkrieg, wohl mehr kämpferischer Ansporn als realistisch gedachte Prophezeiung. Eingeleitet hat er damit einen Bildband zum «Völkerkongress für den Frieden», der im Dezember 1952 in Wien stattfand. Enthalten sind im Band sechsunddreissig Skizzen oder Porträts des in Biel geborenen Malers und Zeichners Edouard Henriod (1898–1986). Neben ein paar Stücken zu Massenszenen am Kongress und in der Stadt handelt es sich zumeist um Einzelporträts von KongressteilnehmerInnen.

Der Völkerkongress für den Frieden 1952 war ein Höhepunkt der damaligen kommunistisch beeinflussten (dominierten? angeleiteten?) weltweiten Friedensbewegung. Man muss das historisch differenzieren. Viele unabhängige, engagierte Leute, die die Schrecken des Zweiten Weltkriegs nicht mehr wiederkehren sehen und den Slogan «nie mehr Krieg» aktualisieren wollten, gehörten zu dieser Friedensbewegung. Andererseits ist eine geplante und teilweise auch erfolgreiche Instrumentalisierung im Kalten Krieg durch die stalinistische Sowjetunion nicht zu leugnen.

Laut Statistik der Kongressleitung nahmen am Wiener Kongress insgesamt 1880 Personen teil, davon waren 1627 offizielle «Delegierte» nationaler Friedenskomitees. Rund zwei Drittel der TeilnehmerInnen stammten aus Europa, aber doch immerhin 203 kamen aus Afrika und 293 aus den beiden Amerika; dazu 150 asiatische VertreterInnen, wo am 1. Oktober 1949 die Volksrepublik China ausgerufen worden war und 1950 der Koreakrieg begonnen hatte. Fein säuberlich nach Berufen aufgegliedert sind die TeilnehmerInnen auch, von 320 Arbeitern und 55 Bauern über 189 Schriftsteller, 65 Geistliche und 8 Sportler bis zu 45 höherrangigen «Staatsmännern»; und insgesamt waren 442 Frauen anwesend, also knapp ein Viertel.

Von der Schweiz nach Tunesien

Henriods Zeichnungen sind hübsche Vignetten, klar im Umriss, atmosphärisch leicht verschattet. Interessant sind sie durch die ausgewählten Personen. Natürlich, er gibt einige führende Vertreter des 1950 gegründeten Weltfriedensrats wieder, den französischen Chemie-Nobelpreisträger Fréderic Joliot-Curie oder den sowjetischen Schriftsteller Ilja Ehrenburg sowie Hewlett Johnson, der «rote Dekan von Canterbury». Aber daneben finden sich auch Unbekanntere und Namenlose.

Von den fünfzehn TeilnehmerInnen aus der Schweiz präsentiert Henriod vier, mit durchaus unterschiedlichen beruflichen und politischen Hintergründen. Da ist zum Beispiel André Bonnard (1888–1959). Der Präsident der schweizerischen Bewegung für den Frieden war ein eminenter Gräzist, Professor in Lausanne. Unter dem Eindruck des Ersten Weltkriegs war er zum Pazifisten geworden; der Erfolg der Roten Armee gegen Nazideutschland schien ihm in der Sowjetunion den Aufbau einer neuen humanistischen Gesellschaft möglich zu machen. 1950 liess er sich ins Leitungskomitee des Weltfriedensrats wählen. Im sich verschärfenden Kalten Krieg hatte das für ihn ungeahnte Folgen. Als er sich im Juni 1952 zu einer Sitzung des Komitees nach Berlin begeben wollte, wurde er von der schweizerischen Bundespolizei verhaftet und des Landesverrats zugunsten der Sowjetunion angeklagt. Tatsächlich hatte Bonnard für den Weltfriedensrat einen Bericht über die Position des IKRK bezüglich der damals heftig diskutierten bakteriologischen Kriegsführung verfasst. Das mochte politisch strittig sein, aber der Bericht war aus öffentlichen Quellen zusammengestellt worden – wie in anderen Fällen wurde daraus der Vorwurf des Landesverrats gestrickt. Tatsächlich wurde Bonnard 1954 in Nebenpunkten schuldig befunden, doch mit fünfzehn Tagen Gefängnis auf Bewährung eher symbolisch bestraft. Allerdings verweigerte ihm die Universität Lausanne nach seiner Pensionierung die ihm von Amtes wegen zustehende Ehrenprofessur. Inzwischen ist die Rolle der Uni bei diesem und zwei anderen Bonnard betreffenden politischen Zensurfällen aufgearbeitet worden und wird in einem längeren Artikel auf der Website der Universität Lausanne dokumentiert. Auch Thomas Buomberger erwähnt den Fall Bonnard in seiner 2017 erschienenen Darstellung zur Schweiz im Kalten Krieg ebenso wie die vielfältigen Schikanen, die Frédéric Joliot-Curie in der Schweiz erlebte.

Gezeichnet hat Heriod auch den Journalisten und Publizisten René Bovard (1900–1983). Nach dem Aktivdienst als Oberleutnant, wurde er nach dem Krieg 1947 wegen Kriegsdienstverweigerung verurteilt und setzte sich bis in die siebziger Jahre für einen Zivildienst ein. Daneben findet sich Armand Magnin (1920–2011), langjähriger Gewerkschafts- und PdA-Funktionär. Dagegen hat es die Delegierte der Schweizerischen Frauenvereinigung für Frieden und Fortschritt nur zur «Frau Rudin» geschafft, die ohne Archivsuche vor Ort auch an dieser Stelle ihren Vornamen nicht bekommt.

Aus dem Kulturbereich skizziert Henriod neben Ehrenburg noch den französischen Maler Fernand Léger und den Komponisten Dmitri Schostakowitsch. Weitaus spannender ist freilich, wen er aus der Dritten Welt ins Bild gerückt hat. Manche dieser ExponentInnen tragen keinen Namen, etwa ein «Scheich aus Syrien» oder ein «Delegierter aus Burma in Tracht». Immerhin, die in der Bildlegende namenlose «junge Mongolin» hat ihr Porträt signiert, wobei ihre chinesischen Schriftzeichen offensichtlich von westlichen Augen nicht entziffert werden konnten.

Von China bis in die Karibik

Andere Dargestellte sind durchaus prominent und führen in die Geschichte der globalen kommunistischen Bewegung. Aus China ist zum Beispiel Kuo Mo-jo / Guo Moruo (1892–1978) herbeigeeilt, ein führender Historiker und Poet, der sich in den zwanziger Jahren der kommunistischen Sache verschrieb und später alle Wendungen und Windungen der kommunistischen Herrschaft mitmachte. Nachdem er sich 1937 der Roten Armee angeschlossen hatte, bekleidete er nach der Revolution als Lobredner von Mao wichtige Ämter, geriet aber während der Kulturrevolution 1966 durch seine «bourgeoise» Bildung unter Verdacht und rettete sich durch unterwürfige Elogen auf die «Viererbande». Nach deren Sturz wurde er angesichts seiner lang anhaltenden Verehrung von Mao wieder in Gnade und Würden aufgenommen. Da er sich selbst einmal mit Goethe verglich, korrigierte ihn ein offizieller Schriftleiter, er sei nicht nur der «chinesische Goethe, sondern der Goethe für die neue sozialistische Aera in China».

Aus dem aufbrechenden Asien findet sich auch Xuan Thuy (1912–1985), eineinhalb Jahre später Vertreter der nordvietnamesischen Delegation bei der Indochinakonferenz in Genf, in den sechziger Jahren kurzfristig Aussenminister der nordvietnamesischen Regierung, dann Parteisekretär und ab 1968 bis zum Friedensschluss 1973 Chefunterhändler bei der Pariser Vietnamkonferenz.

Die Karibik ist durch den Lyriker Pedro Mir (1913–2000) aus Santo Domingo vertreten, der während der Diktatur Trujillo 1947 bis 1963 im Exil in Kuba lebte. Zwei grosse Gedichte zur Geschichte seiner Insel verbinden sich mit ihm, die von seinen nachgeborenen Bewunderern immer wieder ins Feld geführt werden, um ihn in eine Reihe mit führenden Lyrikern der Karibik zu rücken.

Zu Othman Ben Aleya aus Tunesien gestaltet sich eine Internetrecherche schwieriger. Offenbar, so lässt sich einer beiläufigen Bemerkung in einer französischen Studie entnehmen, gehörte er im November 1940 zu den FührerInnen der Pariser StudentInnen, die als «Bataillone der Jugend» von links her gegen die deutsche Besatzung mobilisierten. Dabei diente diese Bewegung in einer späteren Debatte um die Beteiligung der Kommunistischen Partei Frankreichs am Kampf gegen die Nazis als Argument gegen den Vorwurf, die KPF habe sich diesem Kampf erst nach dem deutschen Überfall auf die Sowjetunion angeschlossen und zuvor in Akzeptanz des infamen Hitler-Stalin-Pakts eine «neutrale» Haltung eingenommen. Wegen seiner Rolle in der Studentenbewegung wird Othman Ben Aleya auch kurz in einem Beitrag von Gerhard Höpf, «Der verdrängte Diskurs. Arabische Opfer des Nationalsozialismus», in einem Sammelband von 2004 erwähnt. Ansonsten fördert das Internet Informationsfetzelchen zutage: 1960 unterstützte Ben Aleya die Gründung der Zeitschrift «Hebdomadaire panafrican», und später sass er offenbar für kurze Zeit als Vertreter einer Basisorganisation im nationalen Parlament.

Max Salazar, Mitglied des ZKs der Anfang der fünfziger Jahre minuskülen KP Guatemala, lässt sich gar nur als Stellvertreter von Parteiführer Victor Manuel Gutiérrez aufspüren.

Fortschreiten und Weiterfahren

Einen der Starredner am Wiener Kongress hat Edouard Henriod verpasst: Jean-Paul Sartre, damals der grosse westliche maître à penser. Ein anderer Star verpasste die Teilnahme am Kongress: Bertolt Brecht richtete den Organisatoren kurzfristig aus, er sei leider wegen Krankheit verhindert. Für ihn trug Helene Weigel eine kurze «Rede für den Frieden» vor, die in typischer Brecht-Manier scharfsinnig Denkhaltungen analysiert, ohne sich auf allzu viele Details einzulassen und noch heute im Rahmen verschiedener Friedensaktivitäten gerne zitiert wird. Im Übrigen hat auch Frida Kahlo ein Gemälde zum Friedenskongress gemalt.

Die Ausrichtung und Wirkung des Völkerkongresses wie der gesamten damaligen Friedensbewegung mögen umstritten sein, aber diese demonstrierte immerhin die internationale Reichweite einer im weitesten Sinne kapitalismuskritischen Bewegung, die wohl erst wieder mit den Weltsozialforen ab 2001 erreicht wurde.

Nebenbei sei erwähnt, dass Edouard Henriod offenbar aus jener Dynastie stammte, die einst das Henriod-Modell als erstes eigenständiges Schweizer Automobil gebaut hatte. Bereits 1886 stellte der Bieler Fritz Henriod einen dreirädrigen Dampfwagen und 1893 ein benzingetriebenes Automobil mit Ein- bzw. Zweizylindermotor und einer Leistung von 4 bis 10 PS her. 1896 gründete er zusammen mit seinem jüngeren Bruder Charles-Edouard Henriod in Biel «Henriod Frères» zur Produktion von Automobilen mit dem Markennamen Henriod – die erste Schweizer Autofabrik. Mit einem alkoholbetriebenen Prototyp fuhr Charles-Edouard Henriod 1897 nach Paris, von Publikum und Presse gefeiert und sogar vom französischen Präsidenten empfangen. Doch bereits 1898 endete die Produktion, weil sich die Frères zerstritten hatten. Charles-Edouard Henriod wechselte nach Neuilly-sur-Seine und gründete dort Henriod et Cie, die bis 1908 verschiedenste Modelle produzierte. Fritz Henriod seinerseits startete 1903 in Boudry die Société Neuchâteloise d’Automobile, die bis 1913 existierte.

Mit einem Kalauer, der der Sache wohl nicht angemessen ist, liesse sich schliessen, dass das Auto zweifellos den grösseren Siegeszug als die Friedensbewegung durchfahren hat.


Congrès des peuples pour la paix, Vienne 1952                                Trente-six portraits par Edouard Henriod                                           Edité par le secrétariat du mouvement suisse pour la paix

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Das Antlitz der Geschichte

Wie soll die Vielfalt der globalen Gesellschaften und Kulturen handlich dargestellt werden? Synchron und erst noch optisch: Das versprach 1952 ein eigenwilliger Versuch zu einer etwas anderen Weltgeschichte.

In diesem Podcast wird auf Leistungen und Grenzen einer globalen Geschichtsgeschichte hingewiesen, vom Kulturfahrplan bis zu Geschichte griffbereit.

Zur Sprache kommen ebenfalls Atlanten, die den Eurozentrismus überwinden wollen, etwa der Peters-Atlas, aber auch neuste Versuche einer scheibenförmigen Weltkarte. Passend dazu ein Lied der US-amerikanischen Politfolkrockerin Ani DiFranco über eine notwendige Tiefenbohrung in der US-Geschichte.

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