Nonkonform und strukturell marxistisch

Es sind schön sprechende Namen: neutralität und alternative.

In der «neutralität» schrieb alles, was in der Schweizer Kulturszene Rang und Namen hatte (zumindest die Männer): Sie war in den sechziger Jahren die wichtigste Kulturzeitschrift der Schweiz. Unerschrocken griff man heisse Themen auf und legte sich dabei, höflich in der Form, mit den Herrschenden und den herrschenden Strukturen an.

Wenn die «neutralität» sich in Rot-Weiss kleidete, so kamen die Hefte der Berliner «alternative» ganz in Rot daher. Sie prägte zwei, drei Generationen von Literatur- und KulturwissenschaftlerInnen. Wer wissen wollte, was Louis Althusser trieb oder wofür «Tel Quel» stand, musste diese Hefte lesen: Um 1970 importierte sie französischen Strukturalismus und strukturalistischen Marxismus in den deutschsprachigen Raum.

Die Geschichte dieser alternativen Publikationen lässt sich im folgenden Podcast nachhören:

Wie sie entstanden sind, wer sie trug und was sie bedeuteten. Mit Ausflügen in den Nonkonformismus der Schweiz und einem Exkurs zum Münchhausen-Effekt.

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